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Geschrieben von: Petra Stegmüller Mittwoch, den 20. Juli 2011 um 10:12 Uhr


Rückblick VFD - Mittelfranken- Veranstaltungen
1.Vors. Petra Stegmüller, Feuchtwangen
Weideseminar
Ab dem 13. März war es aus mit der Winterruhe und wir begannen schon mal, uns mit dem VFD- Weideseminar mit Frau Dr. Vanselow auf die grüne Saison einzustimmen.
Eigentlich hätte das Seminar im Steigerwald stattfinden sollen, wurde dort aber abgesagt. Ich legte mich dann kurzfristig voll ins Zeug, denn so eine Fachfrau kann man doch nicht ungebremst wieder heimfahren lassen.
Der Aufwand lohnte sich, denn es kamen über 50 Interessierte und das von weit her. Frau Dr. Vanselow kennen gelernt zu haben ist sehr beruhigend. Es gibt tatsächlich noch echte Idealisten die sich für die Natur einsetzen und ihr Wissen nicht einfach verkaufen und sich damit verbiegen lassen!
Frau Dr. Vanselow ließ uns an ihrem reichen Wissensschatz teilhaben. Zu bewundern waren auch die Zuhörer, die bis zuletzt konzentriert zuhörten. Die Einsteller zum Teil betroffen, auf welch gestressten Gräsern ihre Pferde in Pension stehen. Die Pferdehofbetreiber in dem Clinch zwischen, die Leute wollen zwar ihre Pferde unbedingt auf die Koppel stellen, aber damit mach ich meine Artenvielfalt auf der Weide kaputt. Dazu passend dann noch die Ausführungen der Referentin zu bestimmten Krankheiten, die durch diese „Stressgräser“ entstehen. Man sah des öfteren Fragezeichen auf der Stirn der Teilnehmer und im Raum...
Sehr schön war noch das praktische Begehen unserer Weide, mit dem Bestimmen der ersten Grashalme. Sehr angetan war Frau Vanselow von dem Artenreichtum den wir hier noch haben.
Für mich persönlich war der wichtigste und für mich noch heute nachwirkende Gedanke und Appell:
Für uns Pferdehalter spielt es glücklicherweise keine Rolle, wie viel Liter Milch wir durch das Gras erhalten. Lasst uns unsere Grünflächen pflegen, schützen und den Artenreichtum erhalten. Denn wenn wir das nicht leisten, wird es wohl auch schlecht ausschauen, Genetik zur Verfügung zu haben, wenn auch in der Landwirtschaft erkannt wird, welch negative Folgen die Hochleistungsgräser auch im Rinderverdauungstrakt hervor rufen.
BEWAHREN-STATT NACHSÄEN, das macht bestimmt mehr Arbeit und verlangt ein durchdachtes Weidemanagement, ist aber ein im Kleinen praktizierter Naturschutz.
Zu später Stunde kamen noch die verschiedenen mitgebrachten Heuproben „unter die Lupe“. Das Heu war durchwegs von der Qualität her tadellos. Das erinnert mich so ein bisschen an meine Massagekurse. Da kommen auch nur die Besitzer mit ihren Pferden, die eh schon mitdenken. Die Pferde, die es echt nötig hätten, bleiben traurig in der Box.
Und trotzdem war es total interessant, in die verschiedenen Tüten zu schnüffeln. Jedes Heu roch anders - spannend die kräuterreiche Zusammenstellung.
Erschlagen von Informationen und Eindrücken traten alle zufrieden die Heimfahrt an.
Ein Lob auch an unsere Dorfwirtin mit ihrem Team, die für beste Verpflegung sorgte!
Anerkennung als VFD-Übungsleiter
Eine Woche später fuhr ich nach Hofstarring zu Heiner Sauters „Glück auf Hof“.
In einem Fachgespräch wurden meine Einstellung und mein Wissen überprüft. Danach stellte sich Verena dem „Fremdreitertest“ bei einer Reitstunde auf Bärbels netten Haflinger. Der Reitplatz stand noch ziemlich unter Wasser und engte damit unsere Möglichkeiten etwas ein, aber ich denke, meine Ideen kamen gut rüber.
Wir ließen uns jedenfalls Verenas köstlichen „Gut-gemacht-Kuchen“ danach schmecken.
Nun ist unser jahrelanges Hin und Her mit FN und VFD Ausbildung zumindest auf dieser Ebene schon mal geglättet. Es wäre schön, wenn es auch bundesweit klappen könnte.
Nun fehlen mir noch Assistenzen, doch dazu hatte ich bisher keine Gelegenheit.
Ich freue mich darauf, im nächsten Jahr Kurse zum Geländereiter anbieten zu können.
Heuer hatte ich auch schon erste VFD-ÜL da, die ihr Praktikum leisteten. Es sind durchwegs engagierte Leute, die aber halt noch Erfahrung sammeln müssen, so wie jeder, der was Neues macht. Manche Themen in der ÜL-Ausbildung hätte ich gerne anders gewichtet, andererseits muss sich jeder selber fortbilden und dazu hat man ja ein Leben lang Zeit...
Glücklich Reiten- Angst besiegen
War das Thema eines Kurses für ängstliche Reiter, den ich zusammen mit VFD-ÜL Verena Eckert hielt.
Ich fand Verenas Ausbildung zu dem Thema interessant und dachte, den Ansatz dazu schauen wir uns mal an. Ich vertraute auf Verenas Engagement und Bemühen ihr Wissen weiter zu geben. Schließlich sind die Kursleiter, die ihr eigenes Thema zum Kursthema gemacht haben, oft die motiviertesten. Und mein „Bauchgefühl“ hat mich wieder richtig geführt. Verena hat das ganz toll gemacht, nicht nur Wissen vermittelt, sondern eben auch den Leuten die Zeit gegeben um nachzudenken, sich selbst und den „Teufelskreis“ bewusst werden zu lassen.
Erstaunlich war, wie schnell sich jeder in der Gruppe öffnete und über seine Ängste berichten konnte. Und Verenas Anliegen: „alles was hier besprochen wird, bleibt in diesem Raum“, war bestimmt beruhigend und aus dem Grunde möchte ich auch auf Teilnehmerfotos verzichten, obwohl ich echt nur glückliche Reiter hatte!
Für mich gab es nach der Vorstellungsrunde auch einiges zu denken. Oh je, was mach ich mit denen denn auf dem Reitplatz? Wie bring ich die verschiedenen Themen unter einen Hut? Ich machte mir „weniger ist mehr“ zum Motto und so fummelten wir uns heran. Ich war soooo stolz auf meine Pferde! Wie die toll mit der Anspannung umgegangen sind - was für ein Geschenk.
Noch heute schreiben mir Teilnehmer davon, welch große Fortschritte sie nun in ihrer Reiterei haben und was für ein Glück dieser Kurs war. Gibt es ein schöneres Feedback?
Und hier der offizielle Kursbericht:
Glücklich reiten – das ist es doch, was alle wollen. Unabhängig von der Reitweise und auch unabhängig von Pferderasse, Ausrüstung und dem eigenen Ehrgeiz. Gerade für ängstliche Reiter ist es häufig schwierig, das Reiten genießen zu können. Doch das lässt sich ändern. Zum Beispiel mit dem „Glücklich Reiten“- Kurs von Verena Eckert und Petra Stegmüller in Kühnhardt in Mittelfranken.
„Vor ziemlich genau einem Jahr wurde ich von Miki, eine von Frühlingsgefühlen geplagte Haflingerdame, abgebuckelt. Als ich in der Januarausgabe der Zeitschrift „Freizeit-Reiter“ die Kursbeschreibung „Der Kloß im Hals, das flaue Gefühl im Magen, die böse Ahnung vor dem was da gleich kommt – so geht’s“ las, fühlte ich mich sofort angesprochen“, so eine der sieben Teilnehmerinnen.
In dem Kurs zeigte sich dann schnell, dass die Ängste der Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Situationen herrührten. „Bereits die Vorstellungsrunde barg für mich viele Überraschungen, denn für mich war klar, dass sich hier nur Reiter(innen) finden würden, die wie ich, alle vom Pferd gefallen sind“, so die Teilnehmerin. Auch die Ängste nach der Geburt eines Kindes oder das Unwohlsein, wenn andere dem Reitunterricht zuschauen, waren Themen. Zunächst ging es jedoch einmal um die Vermittlung von wichtigem Hintergrundwissen. Kursleiterin Verena Eckert, VFD-Übungsleiterin, Sport-Mental-Coach (SportNLPAcademy) und Heilpraktikerin für Psychotherapie informierte über die Entstehung und die Wechselwirkungen von Angst bei Mensch und Pferd und stellte klar, wie es durch kleinste Missverständnisse zu Situationen kommen kann, die dann für Reiter und Pferd unangenehm werden. Denn das Bewusstmachen von Zusammenhängen und Hintergründen zu dem gemeinsamen Thema ist ein wichtiger Teil auf dem Weg zum glücklichen Reiten – nur was verstanden ist, kann bewusst geändert werden!
Dazu gehört es auch, das Gelernte praktisch umzusetzen. Dies war der Part von Hausherrin und Veranstalterin Petra Stegmüller (Fachübungsleiterin Westernreiten, Trainerin B für Jungpferdeausbildung und Breitensport, sowie Pferde-Physiotherapeutin). Unter ihrer Anleitung lernten die Teilnehmer, auf dem Pferd zu entspannen und die Bewegung der Pferde bewusster wahrzunehmen. „Ich empfand das Seminar als sehr ausgewogen. Gruppenarbeit, Erfahrungsaustausch, Spaß und das enorme Fachwissen von Verena und Petra ließen die Zeit wie im Flug vergehen“, berichtet die Teilnehmerin.
Und so konnte am zweiten Tag das Thema vertieft werden. Was tue ich da eigentlich auf dem Pferd? Und wie kommt das beim Pferd an? Und überhaupt: Was ist mir wichtig? Mit welchen Mitteln kann ich das erreichen? Hier gab es viel zu lachen, aber auch einige ernstere Themen und Fragen, die jeder sich in einer stillen Stunde beantworten wird.
Zum Abschluss wurden dann die Hausaufgaben besprochen, die so manche Teilnehmerin am ersten Kurstag bis in die Nacht grübeln ließen – doch es hat sich gelohnt. Die dadurch gewonnenen Erkenntnisse ließen die Teilnehmer mit einem Lächeln aufs Pferd steigen. „Einen Satz von Petra aus diesem Reitunterricht werde ich mir wohl ein ganzes Leben zu Herzen nehmen: Nicht nur der Reiter sollte lachen – auch das Pferd!“, so die Teilnehmerin.
Aufgrund des großen Interesses wird der Kurs „Glücklich Reiten“ in Kühnhardt (Mittelfranken) am 24./25. September wiederholt.
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Kurs „Stangenmikado“
Warum soll ein Freizeitreiter und sein Pferd keine Lust zum Springen/Hüpfen haben, wo es doch so wertvoll für die Muskulatur und Bewegung ist? Ich habe doch auch Spaß dran, obwohl ich keine Häuser springe. So nachgedacht, hat mein Konzept für eine ÜL-Fortbildung eigentlich gut gefruchtet. Erst mal ein Gefühl entwickeln lassen, für Takt und Rhythmus reiten. Dann wie zufällig die ersten Stangen und wer hätte es gedacht, auch ein Cavaletti ist zu schaffen. Plötzlich hatten alle Angsthasen Spaß und waren fast nicht mehr zu bremsen:
Hier aus dem Gästebuch:
MEISTERDIPLOM,
- für Petras einzigartiges Gespür im Vermitteln des richtigen Pferdes, das feinfühlige Erarbeiten des richtigen Taktes vor-nach-und um die Hindernisse herum und das vertrauensfördernde Heran- und Herüberführen über die ersten Sprünge
- und herzliches Dankeschön für die extremen Höhenflüge an die Diplom-Psychologin und ihre pferdigen Lehrmeister
- an die Pferdeleute von Herzen, Danke, dass ich dabei sein durfte, wir konnten soooo profitieren und tragen es mit uns nach Hause
15. Franken-Sternritt der Wanderreit-Stationen nach Saurach
Am Wochenende des 15. Juni war heuer das Fest der Franken Sternreiter angesetzt und fand diesmal erstmalig im baden-württembergischen Teil der Reitstationen statt.
Leider kamen diesmal nur etwas über 30 Reiter ins Hohenlohische. Doch die wo da waren, gehören zur „großen Familie“ und feierten ihr Wiedersehen. Die neuen Gesichter fanden guten Anschluss.
Der Veranstaltungsort bei Fam. Fundis war bestens geeignet. Die Pferde konnten in Paddocks auf der Weide oder unter Dach untergebracht werden. Trotz heuriger Futterknappheit gab es frisches Gras und Heu, sowie Kraftfutter.
Ein Tierarzt checkte die Reittauglichkeit der eintreffenden Pferde, denn nur ein gesundes Pferd kommt in die Wertung.
In Fundis’ Biergarten wurde mit bewährter Handgemachter Musik gefeiert und die mehrmaligen Teilnehmer geehrt.
Am Samstag führte ein mehrstündiger, gemeinsamer Ausritt zum Burgberg. Dort konnte man den Aussichtsturm besteigen und ein Vesper einnehmen.
Als die Reiter vergnügt wieder am Hof ankamen, wartete ich schon mit der aufgebauten Reit-Trail-Übung. Diesmal mehr die Rittigkeit im Vordergrund stehend, war die Teilnahme am Anfang zögerlich, doch schnell ließ dies nach, denn jeder hatte so seine Probleme. So nutzten schließlich die Meisten diesen kleinen Test.
Wir gratulieren den schönsten Pferd-Reiter Darbietungen:
- 1. Platz: Monika Will
- 2. Platz: Eberhard Möck
- 3. Platz: Katja Frelke
Nach leckerem Kaffee und Kuchen, wurden die Preise verliehen und die angesagte Überraschung kam. Herr Bernulf Schlauch ist Hobby - Kellermeister aus Langenburg und stellt leckersten Holler-Sekt her. Dieser durfte probiert werden, nicht ohne amüsante Erzählungen zu den bürokratischen und explosionsartigen Hindernissen zwischendurch. Auch der Heilkraft des Holunders in Rezepten und Märchen wurde Respekt gezollt.
Zwischendrin sorgte der Wettergott mit kräftigen Schauern für so manch runzlige Stirn der Teilnehmer des nahenden Fackelritts. Fast unter einem Regenbogen wurde gesattelt und los gings trocken zum Waldgrillplatz bei Triensbach. Fundis’ Helfer hatten bereits ein Lagerfeuer gezündet und die Reiter standen mit ihren Fackeln idyllisch drum rum und lauschten den begrüßenden Worten des Ortsvorstehers. Hier fand dann auch die Ehrung der weitest gerittenen Teilnehmer statt. Die Engel-Brauerei aus Crailsheim stellte dazu die großzügigen Preise. Herzlichen Dank für süffige 3 Liter Bier in originellen Flaschen mit Gläsern!
Mit 627 Reit -km gewann Tatjana Pittroff mit „Rosi und Nando“ die Streckenwertung. In 15 Tagen ritt sie auf Umwegen von Sternritt zu Sternritt. Sie startete in Chemnitz, nahm am Karl-May- Sternritt teil, ritt weiter über Dresden durchs Erzgebirge zum Fichtelgebirge. Über die fränkische Schweiz streifte sie durchs Nürnberger Knoblauchsland. Schließlich führte der Endspurt an Ansbach vorbei nach Kühnhardt. Bei uns traf sie auf 10 weitere Sternreiter nach Saurach. Streckenweiser „Wegeabschnittsgefährte“ war der VFD -Freund Walter Hegner.
Den 2. Platz belegten Wolfgang Putz und Roland Olejnik. Sie machten auf ihrem 3 Länder-Ritt hier nach 313 Reit -km eine Pause. Gestartet in Reute- Tirol ritten sie mit ihren Fjordpferden übers Allgäu nach Franken um Station zu machen. Weiter ging es dann mit einer Planung von gesamt 1200 km nach Dänemark. So hat halt jeder seine Träume. Ich wünsche ihnen jedenfalls alles Gute dazu. (Obwohl ich sie bei der Hitze und Bremsenplage an manchen Tagen nicht beneide!)
Den 3. Platz erritten sich zwei neue Gesichter. Sonja Hüsch und Monika Müller starteten bei Wolfratshausen und ritten in 253 km über Augsburg und Bopfingen zu uns.
Am Sonntagmorgen gestaltete Dekan Pfitzenmeier einen festlichen Pferdegottesdienst in der Reithalle. Umrahmt vom vollen Hörnerklang der Jagdhornbläser Schwäbisch-Hall und Obersontheim, unter der Regie von Pferdefreund Werner Dierolf.
Nach einem deftigem Weißwurstfrühstück leerte sich der Veranstaltungsort wieder.
Zurück bleibt die Erinnerung an ein schönes Wochenende unter Freunden und eine gelungene Veranstaltung.