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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 09. Oktober 2011 um 20:52 Uhr Geschrieben von: VFD-Bayern Mittwoch, den 03. August 2011 um 17:48 Uhr


Eine uralte Reitertradition wird wiederbelebt. Schon Skythen, Mongolen und Hunnen jagten mit leichten Bögen auf flinken Pferden über asiatische Steppen und brachten diese berittene Kampfkunst bis nach Europa. Bei dieser Disziplin kommt es auf Konzentration, Geschick und Vertrauen zum Pferd an. Mit der VDF Bayern kann jeder diese faszinierende Sportart erleben.
Seit Oktober 2009 bietet die VFD Bayern ihren Mitgliedern das berittene Bogenschießen an, eine junge Sportart mit viel Dynamik und Eleganz. Neubegründet wurde sie durch den ungarischen Bogenbauer Lajos Kassai, der die Geschichte und Techniken der osteuropäischen Reitervölker studierte, eigene Bögen entwickelte und aus der alten Tradition einen neuen Sport hervorgehen ließ.
Da beim berittenen Bogenschießen aus der Bewegung des galoppierenden Pferdes heraus geschossen wird, ist das Erlernen einer speziellen Schusstechnik erforderlich. Dabei wird im Unterschied zum konventionellen Bogenschießen auf das Ankern der Zughand an einem bestimmten Punkt im Gesicht verzichtet. Stattdessen wird „instinktiv“, das heißt ohne präzises Zielen geschossen, da dies durch die Bewegung des Pferdes ohnehin kaum möglich ist. Der berittene Bogenschütze soll zudem in kürzester Zeit möglichst viele Pfeile schießen können.
So erfordert zum Beispiel der ungarische Wettkampftyp, dass von einer 99 Meter langen Bogenbahn möglichst viele Pfeile in kurzer Zeit ins Ziel gelangen, wobei nach vorne, zur Seite und nach hinten geschossen wird.
Damit der Reiter sich auf das Ziel konzentrieren kann, muss er die Pfeile sehr schnell und ohne hinzusehen auf der Sehne angelegen (einnocken). Im Idealfall wird der Pfeil im Moment der Schwebephase des Galopps gelöst (release), da dies die ruhigste Position von Reiter und Pferd als Gesamtheit darstellt.
Die Reiterbögen orientieren sich an traditionellen Bögen und haben im Gegensatz zu modernen Sportbögen weder Pfeilauflage noch Visier. Das Zuggewicht ist abhängig vom Schützen, aber tendenziell geringer, da man viele Pfeile innerhalb kurzer Zeit möglichst ermüdungsfrei abschießen können sollte.
Grundsätzlich eignen sich alle Pferde, die die Ausdauer und mentale Ruhe haben, eine Bahn von 99 Metern mehrmals hintereinander mit losen Zügeln entlang zu galoppieren, für diese spannende Disziplin. Eine Desensibilisierung auf die Geräusche von Pfeil und Bogen und auf mögliche Berührungen mit dem Bogen ist Grundvoraussetzung, aber prinzipiell kann jedes Pferd mit dem passenden Gemüt - gleich welcher Rasse - für das berittene Bogenschiessen ausgebildet werden.
Neugierig geworden? Dann schau doch einfach beim VFD-Hallentraining vorbei. Hier wird eine saubere Bogenschusstechnik vom Boden aus gelehrt, welche die Grundvoraussetzung für das Schießen vom Pferd darstellt. In verschiedenen Übungen wird das Schießen aus verschiedenen Körperpositionen, Entfernungen zur Zielscheibe und aus der Bewegung (zum Beispiel vom Trampolin aus) geübt. Vorkenntnisse oder eigenes Equipment sind nicht nötig, jeder ist willkommen, auch wenn noch keine VFD-Mitgliedschaft besteht.
Das Hallentraining findet jeden Donnerstag Abend (außer in den Schulferien) von 19:30 h bis 21:30 h in der Turnhalle der Konrad-Celtis-Grundschule, Konrad-Celtis-Str. 44 in 81369 München (Nähe Luise-Kiesselbach-Platz und Ubahnstation Partnachplatz) statt. Unterstützt wird die VFD im berittenen Bogenschießen von Christoph Némethy, zweifacher Europameister im berittenen Bogenschießen, und Rainer und Beate Hohenadler (erste Bayrische Meisterin 2008) vom Mongolensturm Bayern, sowie einigen VFD-Ausbildungsstätten, die regelmäßig Seminare zum berittenen Bogenschießen anbieten.